Arbeitstechniken zum Umgang mit Ambivalenzen in Beratung und Therapie

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Datum/Zeit
02.12.16 - 03.12.16
9:00 - 16:45

Veranstaltungsort
wilob AG

SVDE-Punkte
4

Weitere Infos unter:
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Inhalte / Methoden

In fast jeder Beratungs- und Therapiesitzung ist man mit der Zwiespältigkeit des Klienten konfrontiert. Das fängt mit den Zielen des Klienten an und hört mit den Vor- und Nachteilen des Symptoms noch lange nicht auf. In Beratung und Psychotherapie sind es häufig folgende Fragen, bei denen der Therapeut mit den Am-bivalenzen seiner Klienten konfrontiert ist:

• Will ich mich von meinem Partner trennen oder nicht?
• Will ich (noch) ein Kind oder nicht?
• Will ich abtreiben oder nicht?
• Will ich kündigen oder nicht?

Will ich mich weiter auf etwas einlassen oder nicht?
• Will ich für mich etwas Gutes tun oder für andere?
• Ist mein Symptom schlecht oder gut?
• Will ich mich ändern oder so bleiben wie ich bin?
• Will ich Ziel A oder Ziel B erreichen?
• Will ich mich für A oder für B entscheiden?

Ich habe für diese allgegenwärtigen Ambivalenzprobleme ein einfaches, aber sehr brauchbares Modell ent-wickelt, das die Arbeit mit Ambivalenzen erleichtert und beschreibt, wie man Klärung und Entscheidung des Klienten fördern kann ohne in dessen innere Kämpfe hineingezogen zu werden. In diesem Workshop werden diese Möglichkeiten des Umgangs mit Ambivalenzen und Inkongruenzen erläutert, demonstriert, erfahren und geübt werden. Er ist für Praktiker, die ihr Handwerkszeug für die tägliche Arbeit in Beratung und Therapie erweitern wollen. Nach kurzen Theorieeinheiten, in denen das Vorgehen beschrieben wird, wechseln sich Demonstrationen, Selbsterfahrung und Kleingruppenarbeit ab.

Darüber hinaus werden unter der Überschrift Punkt, Punkt, Komma, Strich – fertig ist die Lösungssicht Visualisierung einmal andersneueste Visualisierungstechniken vermittelt, die mit Hilfe einfacher farbiger Skizzen den Beratungs- und Therapieprozess von Anfang an sehr viel effektiver gestalten helfen. Die Prob-leme von Patienten sind ja oft sehr komplex und für den außenstehenden Berater/Therapeuten schwer ver-ständlich.

Manfred Priors Vorgehen, parallel zum Berichten des Patienten ein anschauliches lösungsorientiertes Bild des Problems und seinen Einflussfaktoren zu skizzieren, führt dazu, dass man mit dem Patienten buchstäb-lich ein neues, anschauliches Bild seines Problems und der Lösungsmöglichkeiten entwickelt. Dieses Vor-gehen fördert noch während einer vermeintlich nur diagnostischen Phase vielfältige neue Perspektiven und Möglichkeiten. Es ist in den letzten Jahren immer weiter verfeinert und vereinfacht worden, so dass es sich nun vor allem für die KollegInnen als nützlich erwiesen hat, die wenig oder gar keine zeichnerische Begabung haben. Im Workshop werden die Grundlagen dieses Vorgehens vorgestellt und eingeübt.

Leitung
Dr. phil. Manfred Prior, Dipl.-Psych., Berater, Coach, Therapeut und Supervisor; langjähriger Co-Leiter (mit Ortwin Meiss) des Milton Erickson Institutes Hamburg, seit 1999 Leiter der Regionalstelle Frankfurt der Mil-ton Erickson Gesellschaft. Breit gefächerte Fortbildungstätigkeit, Trainer in der freien Wirtschaft, Autor des Fachbuchbestsellers „MiniMax-Interventionen“, „MiniMax für Lehrer“ und „Beratung und Therapie optimal vorbereiten – Informationen und Interventionen vor dem ersten Gespräch“. www.meg-frankfurt.de