Die eigene und die fremde Grenze im beruflichen Alltag

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Datum/Zeit
28.11.19
9:15 - 18:30

Veranstaltungsort
IKP

SVDE-Punkte
2

Weitere Infos unter:
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Beim hier vorgestellten Self Boundary Awareness Konzept (SBA) wird davon ausgegangen, dass jeder Mensch über einen psychischen Innenraum verfügt. Existiert eine individuelle psychische Innenwelt, gibt es auch eine Aussenwelt und dazwischen eine Grenze, die die Innenwelt von der Aussenwelt trennt und sie gleichzeitig mit ihr verbindet. Diese Ich-Grenze hat neben dem Reizschutz viele andere wichtige Funktionen, da die Ich-Grenze nicht nur der Austauschort zwischen dem intrapersonellen und dem extrapersonellen Raum darstellt, sondern sie bestimmt auch, was zu uns gehört und was nicht.

Vor allem, dass wir Menschen zwischen eigenen und fremden Gefühlen, Erfahrungen und Bildern unterscheiden können, verdanken wir dieser Ich-Grenze. Diese Unterscheidungsfähigkeit ist zurzeit z. B. in der Empathieforschung und auch in neuen Therapieansätzen, wie bei der mentalisierungsbasierte Therapie (MBT), hoch aktuell.

Die Ich-Grenze spielt sehr wahrscheinlich eine wichtige Rolle beim Burnout-Syndrom, bei Ängsten, Depressionen, posttraumatischen Störungen wie auch bei hochsensiblen Personen.

Ein besseres Ich-Grenze-Bewusstsein erweitert das zwischenmenschliche Umgangsrepertoire und gibt neue Einsichten in Bezug zu aktuellen interpersonellen Dynamiken. Es erhöht den achtsamen Kontakt mit den Patienten, Klienten oder Kunden und schützt vor unerwünschten Übertragungen und Belastungen. Es verfeinert das Mitgefühl auch in schwierigen Situationen.