Einführung in die Ego-States-Therapy – das Arbeiten mit Teilen (Parts)

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Datum/Zeit
10.09.15

Veranstaltungsort
IKP Zürich

SVDE-Punkte
2

Weitere Infos unter:
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Einführung in die Ego-States-Therapie – Persönlichkeit als Teil des Selbst betrachten

«Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?» konfrontiert uns Richard D. Precht mit der Illusion der einheitlichen Persönlichkeit. Sigmund Freud meint, wir seien «nicht Herr im eigenen Haus», und bereits Johann Wolfgang von Goethe wusste von den «zwei Seelen in meiner Brust». Was einige Philosophen, Soziologen und Psychologen schon ahnten, lässt sich heute neurobiologisch nachweisen: Wir sind nicht die einheitlichen «Charaktere», für die wir uns gerne halten.

Unsere Persönlichkeit stellt sich vielmehr als ein inneres System von Persönlichkeitsanteilen, sogenannten Ego-States, dar. Diese Ich-Anteile entstehen im Zuge der normalen Entwicklung. Sie haben «eigene» Gedanken, Wünsche, Absichten, Gefühle und Ängste. Wie in jeder «Familie» können sie friedlich koexistieren oder in einer «Familienfehde» stecken. Wir erleben dies als Ambivalenzkonflikte, Stimmungsschwankungen, Entscheidungsunfähigkeit oder gar als psychische Krankheit. Gesunde und Kranke unterscheiden sich durch Anzahl und innere Struktur der Ego-States.

Aus der Körpertherapie ist bekannt, dass unliebsame Konflikte einfach abgespalten und so lange im Körper versteckt werden können, bis sie als psychosomatische Symptome wieder an die Oberfläche kommen. Hier sagt die Seele Ja, der Körper Nein.

Im Seminar wird die Geschichte der Theoriemodelle und die Verortung unter den Therapieverfahren behandelt. Die Körperzentrierte Psychotherapie IKP wird schwerpunktmässig erörtert und das grosse Inventar an körperlich-leiblichen Wahrnehmungs- und Ausdruckstechniken betrachtet. Anhand praktischer Beispiele werden Diagnose- und Behandlungstechniken vorgestellt.

Die Teilnehmer(innen) lernen das theoretische Verständnis und die praktische Umsetzung …
des Grundmodells der «Ego-States», auch in Bezug auf verwandte Persönlichkeitsmodelle, von Diagnostikschematas, um die verschiedenen Anteile mit ihrer Funktion einschätzen zu lernen, der Strukturprinzipien im Rahmen der Gesamtpersönlichkeit zu erfassen und zu verstehen, von Techniken der Ressourcenaktivierung zwecks Empowerment der gesunden, stützenden, resilienten Ego-States, von Stressreduktionstechniken durch Akzeptanz und Mediation bei vorläufig unveränderbaren Teilen, der Einsicht in die Dynamik und Techniken der Veränderung schädigender Anteile, von Evokationstechniken zum Erkennen von nicht der Ich-Kontrolle unterworfener Anteile.

Ein körperzentrierter Zugang legt besondern Wert auf die Beachtung von Zuständen in allen Seinsdimensionen mit Betonung der Körperdimension (psychosomatische Symptomatik). Eigene Ich-Anteile werden erkannt und mittels unterschiedlicher Techniken bearbeitet, ihre verborgenen Ressourcen genutzt und diese möglichst verinnerlicht.